Peer-to-peer Zusammenarbeit, verschlüsselt und offline-fähig

Ausgangssituation
- Vereine, Initiativen und ehrenamtliche Gruppen organisieren sich über Aufgabenlisten, Termine und
Sitzungsprotokolle - also über genau die Daten, in denen Angaben zu Personen und interne Beschlüsse
zusammenkommen.
- Die üblichen Werkzeuge dafür sind Cloud-Dienste. Bequem, aber die Inhalte liegen beim Anbieter, und die
Verantwortung für die Verarbeitung personenbezogener Daten bleibt trotzdem bei der Gruppe.
- Budget für eigene Server-Infrastruktur gibt es in diesem Umfeld praktisch nie, Personal für deren Pflege
ebenso wenig.
Herausforderung
- Zusammenarbeit ohne eine zentrale Stelle, die den maßgeblichen Zustand hält - und ohne dass die Beteiligten
wissen müssen, was ein Server ist
- Verschlüsselung so tief ansetzen, dass auch der Betreiber der Vermittlungsstelle die Inhalte nicht sehen kann
- Widersprüche: Ändern zwei Personen dieselbe Aufgabe oder denselben Termin, ohne voneinander zu wissen,
entsteht ein Konflikt - der nicht einfach verschwinden darf
- Offline-Betrieb, der kein Sonderfall ist, sondern der Normalfall
Unser Ansatz
- Peer-to-peer statt Client-Server. Jedes Gerät hält den vollständigen Datenbestand. Zusammenarbeit heißt
Abgleich zwischen Geräten, nicht Abruf von einem Server.
- Verschlüsselt, bevor etwas das Gerät verlässt. Auf den Relay-Servern liegt ausschließlich das
verschlüsselte Ereignisprotokoll. Wer ein Relay betreibt, sieht Zeitpunkte und Datenmengen, aber keine
Inhalte - und ist damit austauschbar, ohne dass Vertrauen nötig wäre.
- Konflikte werden angezeigt, nicht stillschweigend aufgelöst. Sagt Alice eine Sitzung ab, während Bob sie
auf 17:00 Uhr verlegt, gibt es keine automatische Antwort, die beiden gerecht wird - entscheiden müssen die
Beteiligten, nicht der Algorithmus.
- Offline-Betrieb fällt ohne Zusatzaufwand an. Ein Gerät, das gerade niemanden erreicht, befindet sich nicht
in einem Ausnahmezustand, sondern im selben Zustand wie zwischen zwei Abgleichen.
- Umgesetzt in Rust, im Browser als WebAssembly ausgeführt - dieselbe Sprache für Verschlüsselung, Abgleich und
Oberfläche.
- Vorhanden sind derzeit Aufgaben, Termine und Sitzungsprotokolle.
Warum das über den Vereinsalltag hinaus interessant ist
- Datenschutz ist hier keine Zusicherung, sondern eine Eigenschaft der Bauweise. Es gibt keine Stelle, an der die
Inhalte im Klartext liegen, außer auf den Geräten der Beteiligten.
- Der Betrieb kostet fast nichts. Eine Vermittlungsstelle reicht verschlüsselte Ereignisse weiter, mehr nicht.
- Überall dort, wo Zuständigkeiten, Beschlüsse und Termine verbindlich sein müssen, ist ein stillschweigend
verworfener Eintrag schlimmer als ein gemeldeter Widerspruch.
- Fällt das Netz aus, arbeitet jedes Gerät weiter. Geplant ist die Anbindung von
iroh, über das sich Geräte auch direkt abgleichen
können sollen - im lokalen Netz, per Bluetooth oder über andere Übertragungswege. Ein Ausfall der
Internetanbindung wird damit zu einem Fall, den das System ohnehin beherrscht.
Projektstatus: Eigenentwicklung ohne Auftraggeber und ohne Budget, im ehrenamtlichen Einsatz und in aktiver Weiterentwicklung. Der Quellcode ist bisher nicht veröffentlicht.
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